Wie viel Kredit kann ich mir leisten? Faustregeln & Beispielrechnung

Veröffentlicht am 31. Juli 2026

Die spannendste Frage vor jeder Kreditaufnahme lautet selten “Wie viel Kredit bekomme ich?”, sondern “Wie viel Kredit kann ich mir eigentlich leisten?”. Beide Fragen hängen zusammen, sind aber nicht dasselbe: Ein Anbieter prüft dein Risiko, du selbst solltest vor allem prüfen, was du dauerhaft komfortabel zurückzahlen kannst. Dieser Artikel zeigt dir gängige Faustregeln und eine Beispielrechnung, mit der du dich deiner persönlichen Grenze annäherst.

Warum die Kredithöhe zur eigenen Situation passen sollte

Eine Kreditrate ist eine feste monatliche Verpflichtung, die über Monate oder Jahre bestehen bleibt – unabhängig davon, ob unerwartete Ausgaben dazukommen oder sich dein Einkommen verändert. Wer die Rate zu knapp kalkuliert, gerät bei jeder kleinen Unregelmäßigkeit unter Druck. Deshalb lohnt sich vor jeder Kreditentscheidung ein ehrlicher Blick auf die eigene Haushaltsrechnung.

Die Haushaltsrechnung als Ausgangspunkt

Eine einfache Haushaltsrechnung stellt monatliche Einnahmen den regelmäßigen Ausgaben gegenüber:

  1. Nettoeinkommen (alle regelmäßigen Einkünfte)
  2. minus feste Fixkosten (Miete, Nebenkosten, Versicherungen, Mobilität, Abos)
  3. minus variable, aber regelmäßige Ausgaben (Lebensmittel, Freizeit, Rücklagen)
  4. = finanzieller Spielraum, der theoretisch für eine Kreditrate zur Verfügung steht

Wichtig ist, hier realistisch und nicht zu optimistisch zu rechnen. Ein Puffer für unvorhergesehene Ausgaben sollte immer eingeplant bleiben und nicht komplett in die Kreditrate fließen.

Bekannte Faustregeln im Überblick

Die 30-bis-40-Prozent-Faustregel

In der Finanzplanung wird häufig empfohlen, dass alle festen Kreditverpflichtungen zusammen einen bestimmten Anteil des Nettoeinkommens nicht überschreiten sollten – häufig genannt wird eine Spanne von etwa 30 bis 40 Prozent, abhängig von individuellen Fixkosten wie der Miete. Das ist keine gesetzliche Vorgabe, sondern eine in der Finanzberatung verbreitete Orientierungshilfe.

Die Pfändungsfreigrenze als rechtlicher Rahmen

Unabhängig von Faustregeln gibt es in Deutschland die gesetzliche Pfändungsfreigrenze: Sie legt fest, welcher Teil deines Einkommens bei einer Pfändung mindestens geschützt bleibt und nicht an Gläubiger fließen darf. Die konkreten Beträge werden regelmäßig angepasst. Für die Kreditplanung ist sie vor allem als Denkanstoß relevant: Deine Kreditrate sollte so kalkuliert sein, dass du selbst in einer angespannten Situation finanziell handlungsfähig bleibst.

Beispielrechnung (zur Veranschaulichung)

Eine vereinfachte Beispielrechnung könnte so aussehen:

Position Betrag
Nettoeinkommen 2.400 €
Miete inkl. Nebenkosten 850 €
Versicherungen, Mobilität, Abos 300 €
Lebenshaltung, Freizeit, Rücklagen 650 €
Verbleibender Spielraum 600 €

In diesem Beispiel stünden rechnerisch bis zu 600 € monatlich für feste Verpflichtungen zur Verfügung. Ob und in welcher Höhe davon eine Kreditrate sinnvoll ist, hängt zusätzlich davon ab, wie viel Puffer für Unvorhergesehenes eingeplant werden soll. Welche Kreditsumme sich bei einer bestimmten monatlichen Rate ergibt, hängt außerdem von der Laufzeit und den individuellen Konditionen ab, die du im Rahmen einer unverbindlichen Anfrage erfährst.

Was die Laufzeit mit der monatlichen Belastung macht

Bei gleicher Kreditsumme sinkt die monatliche Rate mit zunehmender Laufzeit – dafür steigt in der Regel die Gesamtsumme, die über die Zeit zurückgezahlt wird, da über einen längeren Zeitraum Zinsen anfallen. Eine kürzere Laufzeit bedeutet meist eine höhere monatliche Belastung, aber insgesamt geringere Zinskosten. Die passende Balance zwischen beidem hängt von deinem persönlichen Spielraum und deinen Zielen ab.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch darf die monatliche Kreditrate maximal sein?

Eine pauschale Obergrenze gibt es nicht. Faustregeln wie die 30-bis-40-Prozent-Spanne bieten Orientierung, die tatsächlich vertretbare Rate ergibt sich aber erst aus deiner individuellen Haushaltsrechnung inklusive ausreichendem Puffer.

Was ist die Pfändungsfreigrenze?

Die Pfändungsfreigrenze ist der gesetzlich geschützte Teil deines Einkommens, der bei einer Pfändung nicht an Gläubiger abgeführt werden darf. Die genauen Beträge werden regelmäßig angepasst; aktuelle Werte findest du bei offiziellen Stellen wie dem Bundesministerium der Justiz.

Wovon hängt ab, wie viel Kredit ich tatsächlich bekomme?

Neben deinem finanziellen Spielraum spielen unter anderem Einkommen, Beschäftigungsart, bestehende Verpflichtungen und deine Bonität eine Rolle. Eine individuelle, unverbindliche Anfrage gibt dir eine realistische Einschätzung für deine persönliche Situation.

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